Verlag für Kunst, Architektur, Kultur und Reisen

Oscar Begas 1828 – 1883

Ein Berliner Maler zwischen Hof und Bourgeoisie
Biografie und Catalogue Raisonné seiner Gemälde

Wolfgang Cortjaens

Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte 152
24 x 28 cm, 280 Seiten, 171 Farb- und 6 S/W-Abbildungen, Hardcover
ISBN 978-3-7319-0410-6
Euro (D) 49,95, Euro (A) 51,35, CHF 57,40

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Oscar Begas, Spross der bedeutenden Berliner Künstlerdynastie, übernahm nach dem Tod seines Vaters und Lehrers, des königlich-preußischen Hofmalers Carl Joseph Begas d. Ä., dessen florierendes Atelier. Ursprünglich auf dem Feld der Historienmalerei ausgebildet, stieg er bald zu einem der gefragtesten Bildnismaler der Hauptstadt auf; er porträtierte die Finanzelite und war mehrfach auch für die Hohenzollern tätig. In Begas’ Bildnissen von Springer, Bleichröder, Menzel, Ullstein und anderen verschmilzt die vom Vater ererbte berlinisch-biedermeierliche Bildkultur zunehmend mit dem heraufdämmernden Pathos und dem Repräsentationswillen der Gründerzeit. Im Vorfeld der Reichsgründung von 1871 wirkte Begas an zahlreichen Ausstattungsprojekten für die prächtigen Privatvillen und öffentlichen Bauten der boomenden Metropole mit. Auch als Professor an der Königlichen ­Akademie der Künste sowie als aktiver Protagonist des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens hat Begas die Berliner Kunst seiner Epoche mitgeprägt.
Mit dem über 300 Gemälde, Repliken, Gemeinschaftsarbeiten und Ausstattungsprojekte umfassenden Catalogue raisonnée der Gemälde von Oscar Begas liegt nun das erste Werkverzeichnis des Malers vor. Für die um eine Biografie ergänzte Publikation wurden erstmals bis dahin unbekannte Archivalien aus dem Besitz der Nachfahren des Malers ausgewertet, die ein neues Licht namentlich auf die Zeit seines künstlerischen Reifeprozesses der 1840er und 1850er Jahre werfen. Nicht zuletzt mag der vorliegende Band auch als Beitrag zur berlinischen wie preußischen Kunst- und Kulturgeschichte der Zeit zwischen Vormärz und Zweitem Deutschem Kaiserreich ­dienen, zu deren typischen Vertretern Begas zählte.
Der deutsch-niederländische Bau- und Kunsthistoriker Wolfgang Cortjaens forscht seit Jahren zur Künstlerdynastie Begas sowie zur Malerei, Skulptur und Architektur des „langen“ 19. Jahrhunderts. Als ehemaliger Kustos und kommissarischer Museumsleiter war er maßgeblich an der Neukonzeption des Begas Hauses in Heinsberg beteiligt. Er lebt und arbeitet in Berlin und Herzogenrath bei Aachen. Neuere Veröffentlichungen: Stil-Linien diagrammatischer Kunstgeschichte (2014); Winckelmann – Das göttliche Geschlecht (2017); Familienbande. Der Briefwechsel von Carl Joseph Begas d. Ä. mit Oscar Begas 1840–1854 (2017).